Solebad Vonderort: Die Kosten steigen auf 26 Millionen Euro – genau vor diesem Risiko hat die FDP gewarnt
Die geplante Sanierung des Solebades im Revierpark Vonderort wird erheblich teurer. Statt der ursprünglich kalkulierten rund 18,4 Millionen Euro werden inzwischen Gesamtkosten von rund 26 Millionen Euro erwartet. Die Bundesförderung bleibt dabei auf maximal sechs Millionen Euro begrenzt. Bottrops Anteil steigt dadurch von ursprünglich 2,488 Millionen Euro auf bis zu vier Millionen Euro.
Bereits bei der früheren Beschlussfassung hatte die FDP vor einem offenen Kostenrisiko gewarnt und eine Begrenzung des Bottroper Anteils gefordert. Diese Forderung fand damals keine Mehrheit.
Nun ist genau die Entwicklung eingetreten, vor der die FDP gewarnt hatte.
Die aktuelle Kostenschätzung liegt rund 7,6 Millionen Euro über der ursprünglichen Planung. Als Ursachen nennt die Verwaltung unter anderem Preissteigerungen, zusätzliche Arbeiten im Kellergeschoss, Probleme bei der Gründung sowie weitere bauliche Anforderungen. Bemerkenswert ist dabei, dass bei der damaligen Kostenberechnung bewusst auf pauschale Preissteigerungen verzichtet worden war. Vor der zweiten Förderantragstellung wurden außerdem zusätzliche kostenintensive Gutachten zunächst nicht beauftragt.
Auch über Bottrop hinaus wird die Kostenentwicklung kritisch wahrgenommen. In Oberhausen wurde Anfang Juli ebenfalls über den Sprung von 18,4 auf 26 Millionen Euro berichtet. Dort steigt der kommunale Anteil auf rund sechs Millionen Euro. Der Oberhausener Rat stellte anschließend ebenfalls zusätzliche Mittel bereit.
Noch im Juli 2025 war öffentlich von Gesamtkosten von rund 18,5 Millionen Euro und einer Fertigstellung im Jahr 2027 ausgegangen worden. Inzwischen rechnet die FMR mit einem Baubeginn frühestens im Herbst beziehungsweise Winter 2026. Die Fertigstellung wird nicht mehr vor Ende 2028 erwartet.
FDP: Es geht nicht um die Frage, ob wir ein Solebad wollen
In der Ratssitzung am 7. Juli stellte Andreas Mersch für die FDP noch einmal klar, dass die Liberalen weder gegen das Solebad noch grundsätzlich gegen dessen Sanierung sind.
Der entscheidende Punkt sei vielmehr, wie mit den finanziellen Risiken eines solchen Großprojektes umgegangen werde.
Denn auch die aktuelle Vorlage kann keine Kostensicherheit geben. Die Verwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass weitere Kostensteigerungen aufgrund noch ausstehender Ausschreibungen, Vergaben und der anschließenden Bauphase nicht ausgeschlossen werden können.
Damit stellt sich aus Sicht der FDP weiterhin die entscheidende Frage, wo die finanzielle Grenze des Projektes liegt.
„Wo ist das Risikomanagement? Wo ist die Finanzierungsstrategie? Und wo ist die Grenze, an der die Stadt sagt: Bis hierhin und nicht weiter?“, fragte Mersch im Rat.
Diese Fragen werden umso wichtiger, weil Bottrop gleichzeitig mit erheblichen Haushaltsdefiziten und einem Haushaltssicherungskonzept umgehen muss.
Ein Abbruch wäre ebenfalls teuer
Zur vollständigen Betrachtung gehört allerdings auch: Ein Projektabbruch wäre inzwischen ebenfalls mit erheblichen Kosten verbunden. Die FMR schätzt die Folgekosten eines Abbruchs auf mindestens 9,5 Millionen Euro. Zudem würde die Bundesförderung von bis zu sechs Millionen Euro entfallen.
Gerade das zeigt nach Auffassung der FDP, warum Kostenrisiken bei solchen Projekten möglichst früh transparent gemacht und begrenzt werden müssen. Je weiter ein Großprojekt fortschreitet, desto kleiner wird der politische Handlungsspielraum.
Die FDP hat der zusätzlichen finanziellen Beteiligung deshalb nicht zugestimmt.
Die Grundfrage bleibt für die Liberalen auch nach der Entscheidung bestehen: Wie verhindert die Stadt, dass aus den heute prognostizierten 26 Millionen Euro morgen erneut deutlich mehr werden?
(Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt)