Hauptschulstandort sichern!

(Pressemitteilung vom 28.6.2019)

Mit großem Bedauern nehmen die Freien Demokraten Bottrop die Dienstanweisung der Schulaufsicht zur Kenntnis, im kommenden Schuljahr 2019/2020 keine 5. Klasse an der Hauptschule Welheim zu bilden. Dazu Andreas MERSCH, schulpolitischer Sprecher der FDP-geführten Ratsgruppe „Liberal-Sozial-Bürgernah“ (LSB):

„Das sind beunruhigende Entwicklungen. Diese dürfen jetzt nicht dazu führen, dass die Schule dauerhaft keine Eingangsklassen mehr bildet und in Folge dessen auslaufen wird. Die Schule ist wichtig für unsere Stadt, zumal sie ab Klasse 7 nicht nur dreizügig geführt wird, sondern auch die einzige weiterführende Schule im Bottroper Süden darstellt.“ Dass Hauptschulen keine Auslaufmodelle wären, sei dieser Tage in Essen-Katernberg zu sehen, wo gerade eine neue Hauptschule ab diesem Sommer ihren Betrieb aufnimmt. „Leider haben die SPD-geführten Landesregierungen der vergangenen Jahre systematisch auf ein solches Ergebnis hingearbeitet. Und leider haben sie in der Bezirksregierung und in Bottrop auch entsprechende Unterstützer dafür gefunden. Das Resultat liegt uns jetzt schwarz-auf-weiß vor.“

In der Begründung ist zu lesen, dass die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr die Bildung einer Eingangsklasse nicht ermöglichen würden. Jedoch seien diese Zahlen nicht ungewöhnlich, wie die Schulleitung in einer Stellungnahme bestätigte, und weichen kaum von den Zahlen der vergangenen Jahre ab. Problematisch sei nach der Auffassung der Liberalen ferner, dass durch diese Entscheidung das Hauptschulangebot in Bottrop insgesamt bedroht sei. Dies könne aber keine sinnvolle Lösung darstellen, da gerade bei Schülern mit einem Nachholbedarf eine möglichst individuelle Förderung sinnvoll sei. Eine kleine Klasse bestehend aus 20 anstelle von 30 Schülern führe bei diesen Schülern zu einem besseren Aufholen der zu lernenden Themen, was bei einer integrierten Schulform, die dann in der Stadt die verbleibende Alternative darstellen würde, aber so nicht möglich sei.

Für den Bottroper Süden sei dies in den Augen der FDP darüber hinaus insgesamt ein sehr beunruhigendes Signal. Der Süden verfüge über teils schwierige soziale Verhältnisse und einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Die Hauptschule sei hier nach Auffassung der Liberalen als einzige weiterführende Schule in diesem Teil der Stadt neben den pädagogischen Aspekten häufig auch im Sozialen der letzte Ankerpunkt für die Kinder und Jugendlichen und zeichne sich daher auch über eine hervorragende Sozialarbeit aus. Nicht zuletzt hätte die Schulleiterin, Elke Rosner, noch vom Engagement der Schule bei der 50-Jahrsfeier im vergangenen Jahr berichtet. „Wir hätten uns gewünscht, die Verwaltung hätte vor einem Jahr zugelassen, dass sich diese Schule als Talentschule hätte bewerben dürfen und so gestärkt worden wäre“ führt Mersch weiter aus. Eine solche Entscheidung hätte bei einem positiven Bescheid aus Düsseldorf die Schule langfristig sichern können. Den Freien Demokraten sei wichtig, den Schulstandort in jedem Fall zu erhalten. „Wir wollen nicht, dass der Süden abgehängt, sondern vielmehr gestärkt wird. Das wollen nach eigenen Aussagen doch eigentlich auch die Bottroper Sozialdemokraten. Daher darf diese Entscheidung nur eine einmalige Ausnahme sein. Alles andere wäre ansonsten absolut unverständlich“. Die Liberalen appellieren an alle Ratsparteien, wo gerade mit „Freiheit Emscher“ ein Stadtentwicklungsprojekt im Süden durchgeführt würde, für den Erhalt des Schulstandorts zu kämpfen.

https://www.waz.de/staedte/bottrop/bottrops-letzte-hauptschule-darf-keine-fuenftklaessler-nehmen-id226351771.html


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